Spanien 2026 Tag 9 - Guadalajara, Medinaceli & Saragossa
Den dritten Tag in Folge können wir den gleichen Tisch im Frühstücksraum ergattern. Allerdings kommen heute keine Schnatterenten. Sind wohl schon abgereist. Dafür setzt sich eine Großfamilie an den Tisch. Haben sich am frühen Morgen zum Glück nichts zu sagen.
Nach dem Frühstück packen wir unsere Koffer, checken aus und laufen mit unseren Koffern zum T-Rex. Wagen steht noch auf seinem Parkplatz und es ist auch noch alles dran. Schnell die Koffer ins Auto, Dach geöffnet und los geht die Fahrt nach Guadalajara. Hier wollen wir den Palacio del Infantado besichtigen.
Als wir in Guadalajara ankommen, fahren wir erst einmal am Palacio vorbei. Auf den ersten Blick von außen ist er sehr unscheinbar. Wir stellen das Auto ab und laufen zum Palacio del Infantado zurück. Das spätgotisches Gebäude wurde um 1480 vom Architekten Juan Guas und dem Schnitzer Egas Coeman auf Drängen des Herzog von El Infantado erbaut.
Zuerst sehen wir allerdings nur den Garten hinter dem Haus. Sieht etwas ungepflegt aus. Auch ist das große Seitentor verschlossen. Wir laufen um das Haus herum und finden dann doch den Eingang. Wir werden sofort sehr freundlich angesprochen. Der Eintritt ist umsonst. Leider ist im Museum alles nur auf Spanisch, es gibt aber ein A4 Blatt auf Englisch, wo die wichtigsten Kunstwerke beschrieben sind. Am Ende sollen wir die Feuerschutztür öffnen. Dahinter befindet sich der Innenhof. Von dort geht es dann auch zu den Fresken. Alles sehr freundlich erklärt. Wir werden gefragt, ob wir nicht auch das spanische A4 Blatt mitnehmen möchten, um unsere Spanisch-Kenntnisse zu vertiefen. Wir lehnen dankend ab.
Wir laufen durch das Museum und schauen uns die Kunstwerke an. Wieder viel kirchliche Kunst, wir können unsere neu erworbenen Kenntnisse diverser Museen aber jetzt bereits anwenden. Wir (Schatzi) erkennen die vier Evangelisten an den Symbolen und auch weitere Merkmale auf den Bildern wissen wir inzwischen zu deuten.
Dann stehen wir vor der Feuerschutztür und gehen hindurch. Wir stehen auf dem zentralen Innenhof des Palastes, dem Patio de los Leones. Er ist reich mit skulpturalen Reliefs verziert. Im unteren Bogen dominieren die Löwen und die Greifen dominieren im oberen Bogen. Es ist ein krasser Gegensatz zur äußeren Ansicht, die doch eher schlicht daher kommt. Wir sind überwältigt von der Schönheit und der Eleganz.
Der freundliche Mann am Eingang sagte noch, dass wir vom Innenhof zu den Fresken kommen. Leider sind nicht alle Fresken erhalten, da im Spanische Bürgerkrieg und der Schlacht von Guadalajara, eine Bombe im Palacio del Infantado explodiert ist und vieles zerstört hat. Ein Großteil der Deckenfresken hat das Bombardement überstanden bzw. wurde inzwischen restauriert.
Wir betreten die Räume der Fresken und sind sofort beeindruckt. Die Fresken wurden zwischen 1578 und 1580 vom Florentiner Maler Rómulo Cincinato gemalt. Ich fotografiere, die Decken, indem ich meine Kamera mittig auf den Fußboden lege. Ein kleines Mädchen sieht das und wir beobachten, dass sie in den folgenden Räumen mit ihrem Smartphone ebenso fotografiert. Wieder ein Bildungsauftrag erfüllt 😏.
Wir verlassen das Museum und fahren nach Medinaceli. Der römische Bogen von Medinaceli ist eines der einzigartigen Juwelen des spanischen Kulturerbes. Als wir ankommen, ist die Straße, die zum Bogen führt gesperrt. Es findet ein Auto-Bergrennen statt. Wir fahren eine Straße hinein, die nicht gesperrt ist und stehen plötzlich im Fahrerlager. Es sind aber alle ganz entspannt und zeigen uns freundlich den Weg zur Hauptstraße.
Wir fragen einen Streckenposten, ob der Weg auf den Berg gesperrt ist. Er sagt uns, dass dieser Weg gesperrt sei, es aber einen weiteren gibt und erklärt uns dann auch gleich, wie wir fahren müssen. Obwohl er nur Spanisch redet, finden wir den Weg auf Anhieb.
Wir stellen unser Auto auf den Parkplatz direkt am Denkmal. Dieser zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert erbaute Bogen ist der einzige in Spanien mit einem dreifachen Torbogen. Dies macht ihn zu einem außergewöhnlichen Teil des römischen Erbes auf der Iberischen Halbinsel. Dieser Bogen wird heute auf Schildern benutzt, die auf historische Bauwerke hinweisen.
Wir laufen weiter zum historischen Ortszentrum. Beim Bäcker kaufen wir ein Brot und Serrano-Schinken. Wir wollen heute unser erstes Picknick machen und dazu frischen Kaffee trinken.
Wir gehen zurück zum Auto und fahren los, in der Hoffnung auf einen Picknick-Platz. Die Option, über die Landstraßen nach Saragossa zu fahren nehmen wir nicht wahr, sie bedeutet einen Umweg von fast zwei Stunden. Also bereiten wir unsere Brote und den Kaffee auf einem Feldweg zu und nehmen die Autobahn nach Saragossa.
Unsere Unterkunft finden wir aus Anhieb, es gibt auch eine Vorfahrt und der Dino wird in die Garage gebracht.
Das Hotel wurde 1929 vom Madrider Architekten Antonio Rubio entworfen und von König Alfonso XIII eröffnet. Es wurde später als das Haus der Berühmten bekannt. Ava Gardner und Walt Disney haben hier übernachtet, Ernest Hemingway war Stammgast und König Juan Carlos I wohnte hier, als er Kadett war. Wir bekommen das Zimmer mit der Nummer 105. Lt. Website des Hotels ist es das, das Juan Carlos hatte 😏. Seit seiner Zeit als Kadett (1955–1957) haben allerdings bestimmt einige Renovierungen stattgefunden.
Am Abend gehen wir wieder auf die Suche nach einem Tapas-Restaurant, welches nicht erst um 21:00 Uhr öffnet. Wir landen im Cadillac. Der Kellner ist extrem freundlich und nett. Wir es essen exzellente Tapas und lassen es uns gut gehen.