Spanien 2026 Tag 26 - Castell de Montjuïc & Parc Güell
Nach dem Frühstück gehen wir direkt los. Wir fahren heute Vormittag, mit dem öffentlichen Nahverkehr, zum Castell de Montjuïc. Wir laufen zur Metrostation Urquinaona, um dort mit der L1 zum Castell zu fahren.
Im Internet haben wir gelesen, dass es unheimlich kompliziert sein soll, ein Ticket zu kaufen. Wir lassen uns überraschen.
Wir steigen die Treppen zur Metro herab. Hier befinden sich vor den Drehkreuzen zwei Ticketautomaten. Die Sprache lässt sich schon einmal sehr einfach auf Englisch umschalten. Es kommt gleich die Auswahl, ob wir ein 24, 48 oder 72 Stunden Ticket erwerben wollen. Wir wählen auf dem großen Touchscreen das Ticket für 48 Stunden, da wir morgen noch zur Basílica de la Sagrada Família fahren wollen.
Für die Anzahl der Tickets wählen wir zwei, das war es auch schon. Der einzige Haken, unser Automat hat kein Kartenlesegerät, der Nachbarautomat schon. Also wechseln wir an den anderen Automaten und keine Minute später liegen zwei 48-Stunden-Tickets im Ausgabeschacht. Viel einfacher kann es nicht gehen. Warum die ganzen Webseiten davon reden, dass es so kompliziert sei, können wir jetzt so nicht nachvollziehen.
Wir durchqueren das Drehkreuz und stehen auf auf dem Bahnsteig. Der Zug kommt in drei Minuten. Wir fahren bis zur Station Espanya. Diese liegt direkt am Place d’Espanya. Leider finden hier verstärkte Bauaktivitäten statt, so das von der Achse Place d’Espanya und Font Màgica de Montjuïc nicht viel zu sehen ist.
Wir steigen an der Haltestelle Fira Barcelona in den Bus 150, der direkt zum Castell de Montjuïc und wieder zurück zum Fira Barcelona fährt.
Die ganze Fahrt dauert 45 Minuten. Die Festung ist um diese Uhrzeit noch nicht so gut besucht. Wir kaufen die Tickets und betreten die Festung. Sie hat eine bewegte Geschichte hinter sich: 1640 auf dem Montjuïc erbaut, im 18. Jahrhundert erfolgt der Ausbau zur großen Festung, 1842 wird Barcelonas von hier beschossen, 1896–1897 Prozesse von Montjuïc gegen Anarchisten, 13. Oktober 1909 Hinrichtung von Francesc Ferrer i Guàrdia, August 1936 Hinrichtung der Putsch-Generäle Goded und Fernández Burriel, 1937–1938 Festung dient als Gefängnis des republikanischen Geheimdienstes SIM, 26. Januar 1939 erobern Francos Truppen Barcelona, 15. Oktober 1940 Hinrichtung von Lluís Companys, 1963 Eröffnung als Militärmuseums und 2007 erfolgt die Übergabe der Festung an die Stadt Barcelona.
Wir laufen durch die Festung, schauen uns alles an und lesen die Hinweisschilder. Alles wieder sehr interressant. Wir machen hier und da einige Bilder und genießen die Aussicht.
Von hier oben haben wir auch einen guten Blick auf die Basílica de la Sagrada Família. Jetzt sehen wir auch, wie hoch sie wirklich ist. Leider ist es heute etwas diesig.
Wir fahren zurück zum Hotel, werfen die Rücksäcke ab, machen uns frisch und gehen ins Onofre. Heute essen wir unsere Tapas mal am Mittag, da wir am Nachmittag zum Parc Güell wollen. Das Essen ist auch hier sehr lecker. Als ich eine Tapas-Bar über Google-Maps gesucht habe, stand dort, dass sie heute stärker besucht ist als sonst. Als wir ankommen und nach einem Tisch fragen, sind wir die ersten Gäste. Der Algorithmus von Google ist auch nicht mehr das, was er einmal war.
Zurück im Hotel geht Schatzi aufs Dach, ich bleibe im Zimmer und mache eine kurze Siesta.
Als Schatzi vom Schwimmen zurück ist, ist es auch fast Zeit, zum Park Güell aufzubrechen. Wir gehen direkt gegenüber vom Hotel in die U-Bahn und steigen dann in den Bus um. Unsere 48-Stunden-Karte leistet auch hier gute Dienste. Wir sind natürlich wie immer zu früh am vollen Eingang, können aber trotzdem schon rein. Im Park wimmelt es nur so vor Menschen. Angeblich ist es nachmittags leerer. Das empfinden wir nicht so. Wir laufen die einzelnen Sehenswürdigkeiten ab und es gelingt mir, durch geduldiges Warten, fast menschenleere Fotos zu machen. Dann gehen wir einen kleinen Seitenweg zu dem Aussichtspunkt Turó de les Tres Creus. Hier sind wir zunächst wirklich allein und von hier - es ist der höchste Punkt des Parks - ist die Aussicht auf die Sagrada Familia tatsächlich überwältigend. Nachdem wir diese genossen und auch ausgiebig fotografiert haben, ist es auch vorbei mit der Einsamkeit. Nach und nach kommen weitere Besucher und wir machen uns an den Abstieg.
Wir haben den Park nicht durch den Haupteingang betreten. An den kommen wir jetzt und hier ist es tatsächlich wie auf dem Petersplatz am Ostersonntag. Hier befinden sich die Hauptattraktionen, nämlich der Drache aus Keramik, diverse weitere Tierfiguren, die Säulenhalle und zwei Häuser, die aussehen wie Pfefferkuchenhäuschen. In einem ist der Museumsshop, aber selbst Schatzi ist es hier zu voll zum Stöbern.
Wir beenden den Besuch, nehmen den Bus und die Bahn zurück und beschließen den Abend im Hotelzimmer. War dann heute doch viel Lauferei. Morgen geht es zur Sagrada Familia. Von weitem haben wir sie jetzt oft genug bewundert, wir müssen auch mal rein.