Als wir im September die Ausstellung „Mauerstreifen Berlin heute“ in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz besucht haben, fiel uns ein Foto mit der Bezeichnung „Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf“ von Gerhard Westrich auf. Die Beschreibung auf dem Foto klang so interessant, das wir beschlossen, daraus eine Wanderung zu machen.

Nach diversen Recherchen im Internet habe ich dann die genaue Trassenführung der ehemaligen S-Bahn-Verbindung Berlin-Wannsee – Stahnsdorf erkundet. Die Wanderung auf den Spuren der alten Verbindung ist ca. 7,5 Km lang.

Heute soll diese Wanderung stattfinden. Nach dem Frühstück machen wir uns für die Wanderung hübsch (Ja, das „Shaun-das-Schaf-Hemd“ kommt auch wieder zum Einsatz) und fahren mit der S1 nach Wannsee. Hier beginnt unsere Wanderung. Vom S-Bahnhof geht es Richtung Königsstraße und diese dann Richtung Berlin. Hier unterqueren wir die S-Bahn-Trasse und biegen in den Stahnsdorfer Damm ein. Wir folgen der Straße ein Stück und gehen dann an der S-Bahn entlang bis zum alten Gleisbett. Hier haben wir etwas Schwierigkeiten dieses zu entdecken, finden es aber und laufen jetzt auf dem Schotter der alten Verbindung.

Diese herrliche Kreuzspinne hat ihr Netz über das gesamte Bett gespannt. Nur durch das Sonnenlicht kann ich sie rechtzeitig erkennen und laufe nicht direkt in das Netz.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Kreuzspinne

Erst einmal fotografieren und dann einen Stock suchen, um vor weiteren Überraschungen gefeit zu sein.

Als nächstes entdecken wir diesen Kilometerstein an der Trasse und einen ersten Rest der alten Gleisanlage.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Kilometerstein
Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Reste der alten Gleisanlage

Nach diesen Erfolgen packt uns das Jagdfieber. Was werden wir als nächstes entdecken? Es geht weiter, immer auf dem alten Schotterbett. Schon kommen die nächsten Reste der alten Gleisanlage in Sicht.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Reste der alten Gleisanlage

An der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg (dem verlängertem Königsweg) stoßen wir auf die Brücke und einigen Resten der alten Gleise. Hier im Grenzgebiet konnten diese wahrscheinlich nicht richtig abgebaut werden.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Brücke am Königsweg
Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Reste der alten Gleisanlage

Das nächste Highlight lässt nicht lange auf sich warten: der historische Teerofendamm in Dreilinden. Diese Straße war während der DDR-Zeit nicht zugänglich.

Teil der alten AVUS (bis 1969) - Grenzübergangsstelle Drewitz/Checkpoint Bravo

Danach kommt der ehemalige S-Bahnhof Dreilinden. Hier sehen wir nur noch die Bahnsteigkante.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Ehemaliger S-Bahnhof Dreilinden

Zwischenzeitlich sieht der Weg aus wie eine Müllhalde. Ich frage mich immer, was Menschen dazu bewegt ihren alten Müll in den Wald zu bringen. Dies wäre mir persönlich viel zu umständlich. Dann kann ich den Müll auch einige Kilometer weiter richtig entsorgen.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Müll auf der Wanderung

Die Graffiti an der Brücke Stolper Weg sehen aus, als wären sie von der IS gesprüht.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Graffiti an der Brücke Stolper Weg

Kurze Zeit später ist der direkte Weg erst einmal zu ende. Erstens ist die Brücke gesperrt und zweitens würden wir uns auch gar nicht über diese Brücke trauen.

Ich habe energisch protestiert! Dirk war einem Abenteuer durchaus nicht abgeneigt. jb

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Brücke über den Teltowkanal
Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Brücke über den Teltowkanal

Also geht es am Teltowkanal entlang zum ehemaligen Wasserstraßengrenzübergang Dreilinden/Kleinmachnow. Hier ist jetzt ein Campingplatz untergebracht. Die Gebäude wurden aufgehübscht, sehen jetzt aber, bedingt durch die roten Markisen, aus wie ein Freudenhaus.

Kleinmachnow | Wasserstraßengrenzübergang Dreilinden/Kleinmachnow

Weiter geht es am Kanal entlang, bis wir einen Teil der alten AVUS erreichen. Hier befand sich bis 1969 die Grenzübergangsstelle Drewitz/Checkpoint Bravo.

Teil der alten AVUS (bis 1969) - Grenzübergangsstelle Drewitz/Checkpoint Bravo.

Über die noch intakte Brücke erreichen wir Albrechts Teerofen. Hier befindet sich noch das Rasthaus Dreilinden.

Checkpoint Bravo | Ehemalige Raststätte Dreilinden

Auf dieser Seite geht es auf dem „Kanalauenweg“ zurück zur eigentlichen Wanderung. Direkt neben der Autobahn A115 wachsen Unmengen von diesen schönen Blumen (muss ich natürlich gleich fotografieren).

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Sumpf- Knabenkraut

Wieder auf unserem Wanderweg entdecken wir am Wilmersdorfer Waldfriedhof die Reste von Panzersperren.

Wilmersdorfer Waldfriedhof | Panzersperren

Weiter geht es Richtung Stahnsdorf entlang des Südwestkirchhofs Stahnsdorf bis zum ehemaligen S-Bahnhof Stahnsdorf. Hier endet unsere Wanderung im Café/Restaurant Tick-Tack](https://www.restaurant-tick-tack.com/) bei Café und Kuchen.

Stahnsdorf | Restaurant Tick-Tack

Für den Rückweg nehmen wir den Bus 623 bis Zehlendorf-Mitte.

Wir, das sind Jeannette & Dirk, leben und arbeiten in Berlin. Wir reisen gerne und halten dies auch im Foto fest. In diesem Blog möchten wir euch an unseren Reisen teilhaben lassen. Wir sind keine Backpacker, sondern lieben es in schönen Hotels und Pensionen zu wohnen.

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Als wir im September die Ausstellung „Mauerstreifen Berlin heute“ in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz besucht haben, fiel uns ein Foto mit der Bezeichnung „Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf“ von Gerhard Westrich auf. Die Beschreibung auf dem Foto klang so interessant, das wir beschlossen, daraus eine Wanderung zu machen.

Nach diversen Recherchen im Internet habe ich dann die genaue Trassenführung der ehemaligen S-Bahn-Verbindung Berlin-Wannsee – Stahnsdorf erkundet. Die Wanderung auf den Spuren der alten Verbindung ist ca. 7,5 Km lang.

Heute soll diese Wanderung stattfinden. Nach dem Frühstück machen wir uns für die Wanderung hübsch (Ja, das „Shaun-das-Schaf-Hemd“ kommt auch wieder zum Einsatz) und fahren mit der S1 nach Wannsee. Hier beginnt unsere Wanderung. Vom S-Bahnhof geht es Richtung Königsstraße und diese dann Richtung Berlin. Hier unterqueren wir die S-Bahn-Trasse und biegen in den Stahnsdorfer Damm ein. Wir folgen der Straße ein Stück und gehen dann an der S-Bahn entlang bis zum alten Gleisbett. Hier haben wir etwas Schwierigkeiten dieses zu entdecken, finden es aber und laufen jetzt auf dem Schotter der alten Verbindung.

Diese herrliche Kreuzspinne hat ihr Netz über das gesamte Bett gespannt. Nur durch das Sonnenlicht kann ich sie rechtzeitig erkennen und laufe nicht direkt in das Netz.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Kreuzspinne

Erst einmal fotografieren und dann einen Stock suchen, um vor weiteren Überraschungen gefeit zu sein.

Als nächstes entdecken wir diesen Kilometerstein an der Trasse und einen ersten Rest der alten Gleisanlage.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Kilometerstein
Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Reste der alten Gleisanlage

Nach diesen Erfolgen packt uns das Jagdfieber. Was werden wir als nächstes entdecken? Es geht weiter, immer auf dem alten Schotterbett. Schon kommen die nächsten Reste der alten Gleisanlage in Sicht.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Reste der alten Gleisanlage

An der Grenze zwischen Berlin und Brandenburg (dem verlängertem Königsweg) stoßen wir auf die Brücke und einigen Resten der alten Gleise. Hier im Grenzgebiet konnten diese wahrscheinlich nicht richtig abgebaut werden.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Brücke am Königsweg
Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Reste der alten Gleisanlage

Das nächste Highlight lässt nicht lange auf sich warten: der historische Teerofendamm in Dreilinden. Diese Straße war während der DDR-Zeit nicht zugänglich.

Teil der alten AVUS (bis 1969) - Grenzübergangsstelle Drewitz/Checkpoint Bravo

Danach kommt der ehemalige S-Bahnhof Dreilinden. Hier sehen wir nur noch die Bahnsteigkante.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Ehemaliger S-Bahnhof Dreilinden

Zwischenzeitlich sieht der Weg aus wie eine Müllhalde. Ich frage mich immer, was Menschen dazu bewegt ihren alten Müll in den Wald zu bringen. Dies wäre mir persönlich viel zu umständlich. Dann kann ich den Müll auch einige Kilometer weiter richtig entsorgen.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Müll auf der Wanderung

Die Graffiti an der Brücke Stolper Weg sehen aus, als wären sie von der IS gesprüht.

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Graffiti an der Brücke Stolper Weg

Kurze Zeit später ist der direkte Weg erst einmal zu ende. Erstens ist die Brücke gesperrt und zweitens würden wir uns auch gar nicht über diese Brücke trauen.

Ich habe energisch protestiert! Dirk war einem Abenteuer durchaus nicht abgeneigt. jb

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Brücke über den Teltowkanal
Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Brücke über den Teltowkanal

Also geht es am Teltowkanal entlang zum ehemaligen Wasserstraßengrenzübergang Dreilinden/Kleinmachnow. Hier ist jetzt ein Campingplatz untergebracht. Die Gebäude wurden aufgehübscht, sehen jetzt aber, bedingt durch die roten Markisen, aus wie ein Freudenhaus.

Kleinmachnow | Wasserstraßengrenzübergang Dreilinden/Kleinmachnow

Weiter geht es am Kanal entlang, bis wir einen Teil der alten AVUS erreichen. Hier befand sich bis 1969 die Grenzübergangsstelle Drewitz/Checkpoint Bravo.

Teil der alten AVUS (bis 1969) - Grenzübergangsstelle Drewitz/Checkpoint Bravo.

Über die noch intakte Brücke erreichen wir Albrechts Teerofen. Hier befindet sich noch das Rasthaus Dreilinden.

Checkpoint Bravo | Ehemalige Raststätte Dreilinden

Auf dieser Seite geht es auf dem „Kanalauenweg“ zurück zur eigentlichen Wanderung. Direkt neben der Autobahn A115 wachsen Unmengen von diesen schönen Blumen (muss ich natürlich gleich fotografieren).

Alte Friedhofsbahn Stahnsdorf | Sumpf- Knabenkraut

Wieder auf unserem Wanderweg entdecken wir am Wilmersdorfer Waldfriedhof die Reste von Panzersperren.

Wilmersdorfer Waldfriedhof | Panzersperren

Weiter geht es Richtung Stahnsdorf entlang des Südwestkirchhofs Stahnsdorf bis zum ehemaligen S-Bahnhof Stahnsdorf. Hier endet unsere Wanderung im Café/Restaurant Tick-Tack](https://www.restaurant-tick-tack.com/) bei Café und Kuchen.

Stahnsdorf | Restaurant Tick-Tack

Für den Rückweg nehmen wir den Bus 623 bis Zehlendorf-Mitte.